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Lasergravur-Einstellungen für Holz (Übersicht für Anfänger)

·10 Min. Lesezeit
Lasergravur-Einstellungen für Holz (Übersicht für Anfänger)

Dein Laser ist eingerichtet. Du hast deine erste Testgravur ausgeführt. Jetzt blickst du auf einen Stapel unterschiedlicher Holzstücke und fragst dich: Welche Einstellungen verwende ich für Walnuss? Verhält sich Kirschholz anders als Ahorn? Funktioniert diese Sperrholzeinstellung auch auf Eiche?

Wenn du unserem Einsteigerleitfaden zur Lasergravur gefolgt bist, kennst du bereits die Grundlagen von Leistung, Geschwindigkeit und DPI. Dieser Beitrag liefert dir konkrete Werte für bestimmte Holzarten. So kannst du direkt gute Ergebnisse erzielen, statt deinen hochwertigen Vorrat mit einem Test nach dem anderen zu verbrauchen.

Eine wichtige Einschränkung vorab: Diese Werte sind Ausgangspunkte, kein unumstößliches Gesetz. Jeder Laser verhält sich etwas anders. Ein 10-W-Atomstack arbeitet nicht exakt wie ein 10-W-xTool. Umgebungstemperatur, Sauberkeit der Linse und sogar die Feuchtigkeit im Holz beeinflussen das Ergebnis. Nutze diese Tabellen, um ungefähr in den richtigen Bereich zu gelangen, und nimm anschließend die Feinabstimmung vor.

Kurze Auffrischung: Das bedeuten die Werte

Wenn du eine ausführlichere Erklärung benötigst, findest du sie im Einsteigerleitfaden. Hier ist die Kurzfassung:

  • Leistung (%): Wie stark der Laser feuert. Höher = tiefere/dunklere Brandspur.
  • Geschwindigkeit (mm/min): Wie schnell sich der Kopf bewegt. Langsamer = mehr Energie pro Stelle = dunkleres Ergebnis.
  • DPI (Punkte pro Zoll): Auflösung für die Rastergravur. Höher = mehr Details, längerer Auftrag. Wird manchmal auch als „Linien pro Zoll“ oder „LPI“ angegeben.
  • Durchgänge: Wie oft der Laser denselben Pfad abfährt. Mehr Durchgänge = tieferer Schnitt/tiefere Gravur.
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Einstellungen für Diodenlaser (10 W optisch)

Diese Einstellungen sind auf einen typischen optischen 10-W-Diodenlaser abgestimmt, etwa xTool D1 Pro, Atomstack X20 Pro oder Sculpfun S30 Pro. Wenn dein Laser 5 W besitzt, reduziere die Geschwindigkeit um etwa 30 % oder erhöhe die Leistung. Bei einem 20-W-Laser kannst du die Geschwindigkeit um 20–30 % erhöhen.

Gravureinstellungen

HolzLeistung (%)Geschwindigkeit (mm/min)DPIHinweise
Lindenholz603000254Sehr fehlertolerant, ideal für Anfänger
Birkensperrholz (3 mm)653000254Saubere Ergebnisse, auf Leimschichten achten
Kiefer503500254Vorsichtige Bearbeitung nötig, verkohlt leicht
Zeder553000254Weiche Maserung, aromatisch beim Schneiden
Pappel603000254Preisgünstig, gut zum Üben
Kirschholz702500300Schöner natürlicher Kontrast
Ahorn752500300Hart, benötigt mehr Leistung für Kontrast
Walnuss652800300Von Natur aus dunkel, weniger sichtbarer Kontrast
Eiche702500300Offene Maserung ist in der Gravur sichtbar
Bambus603000254Gleichmäßige Dichte, vorhersehbar
MDF553500254Gleichmäßige Dichte, keine Überraschungen durch Maserung

Schneideinstellungen

HolzLeistung (%)Geschwindigkeit (mm/min)DurchgängeMax. Stärke
Lindenholz10030023 mm
Birkensperrholz (3 mm)1002003–43 mm
Kiefer10025023 mm
MDF10025033 mm
Bambus10020033 mm

Info

Diodenlaser können Material mit einer Stärke von mehr als etwa 3 mm nur schwer in einer vernünftigen Anzahl von Durchgängen schneiden. Wenn du regelmäßig dickere Werkstücke schneiden musst, eignet sich ein CO2-Laser deutlich besser für diese Aufgabe.

Einstellungen für CO2-Laser (40 W)

Diese Einstellungen gelten für einen typischen 40-W-CO2-Laser, etwa OMTech 40 W, Monport 40 W oder Glowforge Basic. Skaliere sie für höhere Leistungen proportional: Ein 60-W-Laser kann bei gleicher Leistung etwa 50 % schneller arbeiten, ein 80-W-Laser sogar noch schneller.

Gravureinstellungen

HolzLeistung (%)Geschwindigkeit (mm/s)DPIHinweise
Lindenholz20300300Helle, saubere Gravur
Birkensperrholz (3 mm)25300300Sehr beliebt für Bastelprojekte
Kiefer18350254Verbrennt leicht zu stark, Leistung niedrig halten
Zeder20300254Riecht großartig
Pappel22300300Gleichmäßige Ergebnisse
Kirschholz25250300Satter Kontrast ohne Verfärbung
Ahorn30250300Dicht, benötigt mehr Energie
Walnuss22280300Dunkles Holz, dezente Gravur
Eiche28250300Maserung scheint durch
Bambus22300300Sauber und vorhersehbar
MDF20350254Glatt, keine Schwankungen durch Maserung

Schneideinstellungen

HolzLeistung (%)Geschwindigkeit (mm/s)DurchgängeMax. Stärke
Lindenholz60816 mm
Birkensperrholz (3 mm)551013 mm
Birkensperrholz (6 mm)7051–26 mm
Kiefer551015 mm
MDF (3 mm)501213 mm
MDF (6 mm)7051–26 mm
Bambus60814 mm
Acryl (3 mm)55813 mm

Warnung

Die Geschwindigkeiten von CO2-Lasern werden typischerweise in mm/s angegeben, während Software für Diodenlaser häufig mm/min verwendet. Verwechsle diese Einheiten nicht. Sonst bewirkt dein erster Test entweder gar nichts, weil er zu schnell läuft, oder er brennt ein Loch durch deinen Tisch, weil er zu langsam läuft. 300 mm/s = 18.000 mm/min.

Unterschiede zwischen den Holzarten verstehen

Holz ist nicht gleich Holz, und das spielt bei Laserarbeiten eine größere Rolle, als du vielleicht denkst.

Weichhölzer und Harthölzer

Weichhölzer wie Kiefer, Zeder und Lindenholz lassen sich mit niedrigerer Leistung leicht gravieren. Sie verkohlen aber auch schneller. Deshalb ist der Bereich zwischen „schönem Kontrast“ und „schwarzem Fleck“ kleiner. Verwende weniger Leistung und eine höhere Geschwindigkeit, als du zunächst für nötig hältst.

Harthölzer wie Ahorn, Kirschholz, Walnuss und Eiche benötigen mehr Energie für eine sichtbare Markierung, bieten dir dafür aber einen größeren optimalen Bereich. Du kannst die Leistung weiter erhöhen, ohne dass aus einer „hellen Markierung“ plötzlich ein „Krater“ wird. Der Nachteil sind längere Gravurzeiten.

Die Maserung ist wichtig

Offenporige Hölzer wie Eiche und Esche besitzen sichtbare Poren. Der Laser trifft auf das weiche Frühholz und das harte Spätholz unterschiedlich, sodass deine Gravur quer zur Maserung ungleichmäßig aussehen kann. Das ist normal und kein Einstellungsfehler. Manche Menschen lieben diese organische Optik. Wenn du ein gleichmäßiges Ergebnis möchtest, verwende geschlossenporige Arten wie Ahorn, Kirschholz oder Lindenholz.

Das Walnuss-Paradox

Walnuss ist ein wunderschönes Holz, aber von Natur aus bereits dunkel. Deshalb heben sich Lasergravuren nur wenig von der umgebenden Oberfläche ab. Du hast zwei Möglichkeiten:

  1. Tief gravieren. Verwende eine höhere Leistung und eine niedrigere Geschwindigkeit, um eine deutlich strukturierte Gravur zu erzeugen, die das Licht anders reflektiert.
  2. Eine Füllung verwenden. Graviere dein Design, reibe anschließend weiße Farbe oder Kreide in die Vertiefungen und wische die Oberfläche sauber. Das Füllmaterial bleibt in den gravierten Bereichen und hebt sich vom dunklen Holz ab.

Fallstricke bei Sperrholz

Sperrholz besteht aus miteinander verleimten Holzschichten. Die Leimschichten werden anders graviert als das Holz, wodurch an den Schnittkanten sichtbare Streifen entstehen können. Birkensperrholz aus dem Bastelbedarf, das häufig als „Lasersperrholz“ angeboten wird, ist normalerweise am gleichmäßigsten. Beliebiges Sperrholz aus dem Baumarkt ist ein Glücksspiel.

Außerdem werden manche Sperrhölzer mit formaldehydbasiertem Leim hergestellt. Prüfe das Etikett. Steht dort „für den Außenbereich“ oder fehlt eine Angabe, ist das Material für Laserarbeiten wahrscheinlich nicht gut geeignet. Sperrholz „für den Innenbereich“ oder in „Laserqualität“ verwendet sicherere Klebstoffe.

So erstellst du dein eigenes Testgitter

Mit den obigen Tabellen kommst du nahe an das gewünschte Ergebnis. Deine konkrete Maschine und dein konkretes Stück Holz haben aber ihre eigenen Vorstellungen von optimalen Einstellungen. So findest du deine perfekten Werte in etwa 15 Minuten.

Die Methode

  1. Richte in deiner Lasersoftware ein Testgitter ein. LightBurn besitzt einen integrierten Materialtest-Generator (Laser Tools > Material Test). Anwender von LaserGRBL können online Dateien für Testgitter finden.

  2. Wähle deinen Bereich. Teste beim Gravieren eine Leistung von 30 % bis 100 % auf einer Achse und einen sinnvollen Geschwindigkeitsbereich auf der anderen. Versuche bei einer 10-W-Diode 1500–4000 mm/min. Versuche bei einem 40-W-CO2-Laser 150–400 mm/s.

  3. Verwende genau das Material, das du gravieren möchtest. Auch verschiedene Stücke derselben Holzart können voneinander abweichen. Das Reststück sollte möglichst vom selben Brett stammen.

  4. Führe das Gitter aus. Ein typisches 8 × 6-Gitter benötigt 10–15 Minuten.

  5. Beschrifte das beste Ergebnis. Schreibe die Einstellungen mit einem Stift direkt auf das Teststück. Hänge es an die Wand oder bewahre es in einer Schublade auf. Mit der Zeit baust du eine Einstellungsbibliothek auf, mit der du neue Projekte sofort abstimmen kannst.

Tipp

Wenn du eine Einstellung gefunden hast, die dir gefällt, fotografiere das Testgitter mit deinem Smartphone und speichere das Bild in einem Album namens „Lasereinstellungen“. Das geht viel schneller, als eine Schublade voller Holzreste zu durchsuchen, wenn du dich daran erinnern möchtest, was vor sechs Monaten auf Kirschholz funktioniert hat.

Fotogravur auf Holz: besondere Überlegungen

Fotos auf Holz zu gravieren, ist eine eigene Fertigkeit. Die Grundlagen:

  • Verwende höhere DPI. 300–318 DPI sind für die meisten Hölzer der optimale Bereich. Eine weitere Erhöhung jenseits von 350 bringt selten Vorteile und verlängert nur den Auftrag.
  • Wähle fein gemaserte Hölzer. Ahorn und Lindenholz eignen sich am besten für Fotogravuren, weil die Maserung die Bilddetails nicht beeinträchtigt.
  • Bereite das Bild vor. Wandle dein Foto in Graustufen um und erhöhe den Kontrast. Viele Laserprogramme besitzen eine integrierte Bildverarbeitung, bei manueller Bearbeitung in einem Bildeditor hast du jedoch mehr Kontrolle.
  • Die Dithering-Einstellungen sind wichtig. „Jarvis“-Dithering sieht auf Holz meist am besten aus. „Stucki“ folgt knapp dahinter. „Ordered“-Dithering wirkt technischer, was zu bestimmten künstlerischen Stilen passen kann.
  • Teste zuerst an einem Reststück. Immer. Fotos reagieren besonders empfindlich auf Einstellungen, weil du einen Verlauf wiedergeben möchtest und nicht nur eine einheitliche Form einbrennst.

Schnellübersicht

Hier ist die Kurzfassung, von der du einen Screenshot machen und die du auf deinem Smartphone aufbewahren kannst:

Standardwerte für Gravuren mit einer 10-W-Diode:

  • Weichholz: 55–65 % Leistung, 3000–3500 mm/min, 254 DPI
  • Hartholz: 65–75 % Leistung, 2500–3000 mm/min, 300 DPI
  • Foto: 60–70 % Leistung, 2500–3000 mm/min, 300–318 DPI

Standardwerte für Gravuren mit einem 40-W-CO2-Laser:

  • Weichholz: 18–22 % Leistung, 300–350 mm/s, 254–300 DPI
  • Hartholz: 25–30 % Leistung, 250–300 mm/s, 300 DPI
  • Foto: 20–25 % Leistung, 250–300 mm/s, 300–318 DPI

Allgemeine Tipps:

  • Fokussiere den Laser vor jedem Auftrag
  • Führe bei neuen Materialien immer ein Testgitter aus
  • Kiefer verkohlt schnell, arbeite mit weniger Energie, als du zunächst für nötig hältst
  • Ahorn und Kirschholz bieten den besten natürlichen Kontrast
  • Walnuss sieht mit einer Farbfüllung besser aus

Probiere etwas aus

Nimm ein Reststück, wähle die am besten passenden Einstellungen aus den obigen Tabellen und starte ein Testgitter. In 15 Minuten hast du die Einstellungen für genau dieses Material auf genau deiner Maschine abgestimmt und musst nie wieder raten.

Bewahre deine Teststücke auf. Beschrifte sie. Dein zukünftiges Ich wird dir sehr dankbar sein.

Viel Spaß beim Werkeln.

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