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So erstellst du aus jedem Bild mehrfarbige 3D-Drucke

·9 Min. Lesezeit
So erstellst du aus jedem Bild mehrfarbige 3D-Drucke

Du hast ein Bild: ein Logo, eine Figur, ein Design. Du möchtest daraus einen mehrfarbigen 3D-Druck machen. Flach auf einer Platte, mit mehreren Filamentfarben und jeder Farbe an der richtigen Stelle.

Das herkömmliche Verfahren ist mühsam. Du würdest das Bild in Inkscape öffnen, jeden Farbbereich manuell nachzeichnen, getrennte SVG-Dateien exportieren, jede davon in eine STL-Datei umwandeln, sie einzeln in deinen Slicer importieren, auf der Bauplatte ausrichten und jedem Körper ein Filament zuweisen. Bei einem Design mit sechs Farben sind das Stunden eintöniger Arbeit, bevor der Druck überhaupt beginnt.

MosaicFlow erledigt all das automatisch. Lade ein Bild hoch, lass die KI die Farben trennen, passe die Palette an und lade eine 3MF-Datei herunter, die sich in deinem Slicer mit bereits zugewiesenen Farben öffnet. Der gesamte Vorgang dauert etwa zwei Minuten.

Warum 3MF alles verändert

Der Schlüssel ist das Dateiformat. Eine gewöhnliche STL-Datei enthält nur Geometrie. Farbe kennt sie nicht. Wenn du mehrere Farben verwenden möchtest, benötigst du mehrere STL-Dateien und musst jede in deinem Slicer manuell einem Filament zuweisen.

Eine 3MF-Datei enthält Farbinformationen. Wenn du eine 3MF-Datei aus MosaicFlow in Bambu Studio oder PrusaSlicer öffnest, ist jeder Farbbereich bereits ein eigenes Objekt mit einer eigenen Materialzuweisung. Du musst lediglich jedes Material einem AMS-Steckplatz oder Extruder zuordnen und kannst slicen.

Kein Bemalen. Kein Aufteilen. Keine Probleme beim Ausrichten.

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Schritt für Schritt: vom Bild zum Mehrfarbdruck

Hier ist der vollständige Arbeitsablauf von der Bilddatei bis zum gedruckten Objekt.

Schritt 1: Bild auswählen

Die besten Ausgangsbilder besitzen klar abgegrenzte, einfarbige Bereiche. Denk an Logos, Comicfiguren, Pixelgrafiken, Mannschaftswappen und stilisierte Illustrationen. Bilder, bei denen du klar erkennst: „Dieser Bereich ist rot, dieser ist blau und dieser weiß.“

Gut geeignet sind:

  • Logos und Wappen mit einfarbigen Füllungen
  • Illustrationen im Cartoon- und Comicstil
  • Pixelgrafiken und Figuren aus Retrospielen
  • Nationalflaggen und Grafiken von Sportmannschaften
  • vereinfachte Naturillustrationen (mit flächigen Farben)

Weniger gut geeignet sind:

  • Fotografien mit gleichmäßigen Verläufen (die KI muss Tausende Farben auf eine Handvoll reduzieren, wodurch willkürliche Farbkanten entstehen)
  • Aquarelle oder Kunstwerke mit weichen Kanten
  • Bilder, in denen benachbarte Farben einander stark ähneln

Tipp

Wenn dein Bild einen komplexen Hintergrund enthält, den du nicht benötigst, schneide ihn vor dem Hochladen weg oder entferne ihn. Ein transparentes PNG funktioniert perfekt. Je weniger irrelevante Farben MosaicFlow verarbeiten muss, desto sauberer wird das Ergebnis.

Schritt 2: In MosaicFlow hochladen

Öffne MosaicFlow und lade dein PNG oder JPG hoch. Die KI analysiert das Bild, erkennt getrennte Farbbereiche und gruppiert sie. Das kostet einen Credit.

Du siehst eine Vorschau der getrennten Farben als Blasenpalette, in der jede Blase eine erkannte Farbgruppe darstellt. Die Größe der einzelnen Blasen zeigt ungefähr, welchen Anteil des Bildes die jeweilige Farbe bedeckt.

Schritt 3: Anzahl der Farben anpassen

MosaicFlow erkennt automatisch eine optimale Farbanzahl (zwischen 4 und 16) und schlägt sie vor. Du kannst sie mit dem Schieberegler ändern.

Hier kommt es auf deine Hardware an. Zähle, wie viele Filamente dein Drucker in einem einzigen Druck verarbeiten kann:

DruckerausstattungVerfügbare Filamentsteckplätze
Bambu AMS (einzeln)4
Bambu AMS (doppelt)8
Bambu AMS Lite4
Prusa MMU2S / MMU35
Palette 3 / Palette 3 Pro4–8 (je nach Modell)
Manueller FilamentwechselUnbegrenzt (aber jeder Wechsel kostet Zeit)

Stelle die Farbanzahl in MosaicFlow passend zu deinen verfügbaren Steckplätzen ein. Bei einem einzelnen Bambu AMS mit 4 Steckplätzen bleibst du bei 4 Farben. Wenn dir zwei AMS-Einheiten 8 Steckplätze bieten, kannst du eine höhere Zahl verwenden.

Schritt 4: Farben zusammenführen und ausschließen

Stimme deine Palette mit den Blasensteuerelementen genau ab:

Farben zusammenführen: Wenn die KI zwei ähnliche Blautöne als getrennte Farben erkannt hat, führe sie zu einer Farbe zusammen. Dadurch wird ein Filamentsteckplatz für eine deutlich andere Farbe frei. Ziehe eine Blase auf eine andere, um sie zu kombinieren.

Farben ausschließen: Entferne Farben, die nicht gedruckt werden sollen. Am häufigsten wird die Hintergrundfarbe ausgeschlossen. Wenn dein Logo einen weißen Hintergrund besitzt, der nicht zum Druck gehören soll, schließe ihn aus.

Info

Deine endgültige Farbanzahl sollte der Zahl deiner verfügbaren Filamentsteckplätze entsprechen. Besitzt dein Drucker 4 AMS-Steckplätze, sollte die endgültige Palette (nach Zusammenführen und Ausschließen) genau 4 Farben enthalten. Jede Farbe in der endgültigen Palette benötigt ein eigenes Filament.

Schritt 5: Den Despeckle-Regler verwenden

Der Despeckle-Regler entfernt winzige Farbinseln, die für einen sauberen Druck zu klein sind. Kleine Farbflecken inmitten einer anderen Farbe kommen in komprimierten Bildern oder Fotografien häufig vor.

Erhöhe den Wert, wenn die Vorschau viele verstreute kleine Punkte enthält. Sie würden als einzelne Kleckse gedruckt, die unordentlich aussehen und möglicherweise nicht gut am umgebenden Material haften.

Schritt 6: Zum 3D-Tab wechseln

Klicke auf den 3D-Tab, um eine Vorschau deines Modells zu sehen. Hier legst du die physischen Abmessungen fest:

Modellgröße: Stelle die Breite oder Höhe des fertigen Drucks ein (50–500 mm). Das Seitenverhältnis entspricht deinem Ausgangsbild.

Basisdicke: Die flache Basis unter allen Farben (Standardwert 2,0 mm). Sie verleiht dem Druck Stabilität. Du kannst einen Wert von 0,4 mm bis 10 mm einstellen.

Schichtdicke je Farbe: Jede Farbschicht liegt auf der Basis. Der Standardwert eignet sich für die meisten Drucke. Du kannst jedoch die einzelnen Schichtdicken anpassen (jeweils 0,4–10 mm), wenn einige Farben stärker als andere hervorstehen sollen.

In der 3D-Vorschau kannst du das Modell vor dem Herunterladen drehen und zoomen. Diese Vorschau ist kostenlos.

Schritt 7: 3MF herunterladen

Klicke auf „Download“, um deine Dateien zu erhalten. Der Download kostet einen Credit.

MosaicFlow liefert eine ZIP-Datei mit folgendem Inhalt:

  • 3MF-Datei (standardmäßig ausgewählt): Das mehrfarbige Modell mit allen eingebetteten Farbzuweisungen. Diese Datei benötigst du für den Mehrmaterialdruck.
  • Einzelne STL-Dateien (optional): Eine STL je Farbe, für manuelle Arbeitsabläufe oder Drucker mit einem Extruder.
  • OBJ mit Vertex-Farben (optional): Zum Rendern oder für andere 3D-Anwendungen.
  • GLB-Vorschau: Wird als Referenz immer beigefügt.

Für den Mehrfarbdruck ist die 3MF-Datei entscheidend. Lass sie ausgewählt (sie ist es standardmäßig) und lade die Dateien herunter.

Schritt 8: In deinen Slicer importieren

Öffne die 3MF-Datei in deinem Slicer. In den einzelnen Programmen geschieht Folgendes:

Bambu Studio: Das Modell wird mit jeder Farbe als getrenntem Objekt importiert. Öffne den Bereich für Filamenteinstellungen und weise jede Farbe dem richtigen AMS-Steckplatz zu. Bambu Studio zeigt eine Farbvorschau, sodass du die Zuordnung vor dem Slicen prüfen kannst.

PrusaSlicer: Der Ablauf ist ähnlich. Jeder Farbkörper erscheint als getrenntes Teil. Weise die Filamente im rechten Bereich zu. Bei Verwendung einer MMU2/MMU3 wird jedes Teil einer Filamentposition zugeordnet.

Cura: Cura unterstützt 3MF-Dateien mit mehreren Objekten. Weise jedes Objekt einem Extruder zu. Der Arbeitsablauf ist etwas weniger visuell als in Bambu Studio, die Farbzuweisungen bleiben aus der Datei jedoch erhalten.

Schritt 9: Slicen und drucken

Slice mit deinen normalen Einstellungen. Beachte dabei einige Punkte:

Spül-/Wechselturm: Mehrmaterialdrucke benötigen einen Spülturm (oder Spülen in die Füllung), um die Düse zwischen Farbwechseln zu reinigen. Dadurch wird zusätzliches Filament verbraucht. Je mehr Farben und je häufiger die Farbwechsel, desto größer der Spülabfall.

Druckzeit: Mehrfarbdrucke benötigen wegen der Filamentwechsel mehr Zeit als einfarbige Drucke. Ein Design mit 4 Farben kann 50–100 % länger dauern als dieselbe Geometrie in einer Farbe. Der größte Teil der zusätzlichen Zeit wird zum Spülen und Wechseln benötigt.

Druckbetthaftung: Flache Mehrfarbdrucke (wie die von MosaicFlow erzeugten) haften hervorragend am Druckbett, weil sie im Wesentlichen flache Platten sind. Verwende deine üblichen Einstellungen für die erste Schicht.

Welcher Slicer für welchen Drucker?

DruckerEmpfohlener SlicerHinweise
Bambu Lab (X1C, P1S, A1)Bambu StudioNative AMS-Unterstützung, beste Farbvorschau
Prusa MK3/MK4 + MMUPrusaSlicerFür Prusa-Hardware entwickelt, beste MMU-Unterstützung
Voron, Ender, andere Klipper-DruckerOrcaSlicerAbspaltung von Bambu Studio, breite Hardwareunterstützung
Ultimaker, allgemeine FDM-DruckerCuraBreite Kompatibilität, unterstützt mehrere Extruder

Alle diese Slicer verarbeiten 3MF-Dateien mit eingebetteten Farbdaten. Unser Slicer-Vergleich beleuchtet die Unterschiede genauer.

Tipps für bessere Mehrfarbdrucke

Passe die Filamentfarben an dein Design an. Sieh dir vor dem Festlegen der Palette in MosaicFlow die tatsächlich eingelegten Filamente an. Enthält dein Design ein leuchtendes Rot, du hast jedoch nur Bordeauxrot, wird das Ergebnis nicht deinen Erwartungen entsprechen. Passe die MosaicFlow-Palette an die Farben an, die du wirklich besitzt.

Verwende ein Raft oder einen Brim. Flache Mehrfarbdrucke können sich an den Kanten verziehen, weil Farbübergänge leichte Spannungen verursachen. Ein Brim hilft, alles flach zu halten.

Drucke zuerst einen kleinen Test. Skaliere das Modell auf 50 % und führe einen schnellen Testdruck aus. So entdeckst du Fehler in der Farbzuordnung, Haftungsprobleme und unverträgliche Filamente, bevor du dich auf einen stundenlangen Druck in voller Größe festlegst.

Einfache Designs werden schneller gedruckt. Ein Design mit großen Farbbereichen (wenigen Übergängen je Schicht) wird viel schneller gedruckt als eines mit zahlreichen ineinandergreifenden Farben. Wenn die Druckgeschwindigkeit wichtig ist, bevorzuge Designs mit großen, kräftigen Farbblöcken gegenüber einer komplizierten Farbmischung.

PLA eignet sich am besten für Mehrfarbdruck. PLA zieht bei Filamentwechseln die wenigsten Fäden und verhält sich beim Spülen am gleichmäßigsten. PETG und TPU sind möglich, bei Mehrmaterialsystemen jedoch deutlich anspruchsvoller.

Weitere Informationen zur Filamentauswahl findest du in unserem Filamentleitfaden.

Was ist mit Druckern mit nur einem Extruder?

Du brauchst kein Mehrmaterialsystem. Dir stehen zwei Möglichkeiten offen:

Manueller Filamentwechsel: Slice die 3MF-Datei wie gewohnt, weise den Slicer jedoch an, bei jedem Farbwechsel anzuhalten. Wenn er pausiert, entferne das aktuelle Filament, lege die nächste Farbe ein und setze den Druck fort. Das funktioniert mit jedem Drucker, erfordert aber deine ständige Anwesenheit. Jede Schicht erhält nacheinander jeweils eine Farbe.

Einzelne Schichten getrennt drucken: Lade statt der 3MF-Datei die einzelnen STL-Dateien (eine pro Farbe) aus MosaicFlow herunter. Drucke jede Farbe als getrenntes flaches Teil und klebe sie anschließend zusammen. Das entspricht im Wesentlichen einer mehrfarbigen Holzeinlage, nur mit 3D-Druckfilament statt Holz.

Weitere Ressourcen zum 3D-Druck

Wenn der 3D-Druck für dich noch neu ist, behandelt unser Anfängerleitfaden die Grundlagen. Informationen dazu, wie du Fotos in 3D-Reliefmodelle verwandelst (eine andere Art des Arbeitsablaufs vom Bild zum Druck), findest du in unserem Lithophanie-Leitfaden.

Drucke etwas Farbenfrohes

Suche ein Bild mit kräftigen, deutlich getrennten Farben: ein Logo, eine Spielfigur oder eine Flagge. Lade es in MosaicFlow hoch, passe die Palette an deine verfügbaren Filamente an und lade die 3MF-Datei herunter. Öffne sie in deinem Slicer, ordne die Farben zu und starte den Druck.

Wenn du zum ersten Mal einen mehrfarbigen Druck vom Bett löst und siehst, wie all die Filamentfarben ein sauberes Bild bilden, wirst du dich fragen, weshalb du je darüber nachgedacht hast, das alles manuell zu erledigen.

Viel Freude beim Herstellen.

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